Fokus – ein wichtiger Scrum Wert

Fokus ist eines der Scrum Werte. Er steht in einer Reihe mit anderen Werten: Commitment, Offenheit, Respekt und Mut. Mir hat es der Fokus besonders angetan, weil sich hier aus meiner Sicht der Profi vom Amateur abgrenzt: Profis haben ihre Domaine im Fokus und trainieren hart um nicht nur gut zu werden, sondern auch gut zu bleiben.

Fokus halten: Gar nicht so einfach in der heutigen Zeit

Gerade wenn Du am Rechner sitzt, ist Fokus halten nicht immer so einfach: Du bist Online, der E-Mail Reader ist an, der Instant Messenger, Facebook. Ständig wirst Du unterbrochen weil es eine neue Nachricht auf einem der Kanäle gibt. Dazu das Handy in der Tasche im Vibriermodus. Ich habe Beobachtungen unter Software-Entwicklern gemacht und teilweise schaffen sie es nicht 10 Minuten fokussiert und konzentriert an einem Task zu arbeiten. Scrum ist Teamarbeit, das Team sitzt zusammen. Es kommt also noch zusätzliche Kommunikation hinzu Fragen, Anmerkungen und so weiter. Meine These: Wer es nicht schafft den Fokus zu halten wird auch keine gute Qualität abgeben. Deshalb hier ein paar Ideen wie Teams es schaffen fokussiert und damit auch effizient zu arbeiten.

Alles aus!

Wenn ich Kollegen coache sorge ich erst einmal dafür, dass alles aus ist:

  • Auf dem Rechner sollte nur die IDE und ein Browser laufen. Im Browser sollte keine Software laufen, die Notifikationen sendet, wie z.B: Slack.
  • Das Handy sollte stumm geschaltet sein und nicht vibrieren, wenn eine Nachricht kommt. Am Besten das Handy wird verbannt: In die Jacke, in die Aktentasche.
  • Nach 55 Minuten Arbeit sollte 5 Minuten Pause gemacht werden. Dazu kann man eine Teeuhr benutzen, das Handy ist ja aus. Oder man benutzt TWUS.
  • Man kann auch kleinere Einheiten planen z.B. 25 Minuten arbeiten und 5 Minuten Pause.

„Pair“ Programmierung

Vier Augen sehen mehr als zwei, das gilt auch für die Softwareentwicklung. Meine Erfahrung ist, dass Pair Programmierung effektiver ist, als wenn Du alleine programmierst. Ob es in Summe immer effizienter ist, kommt auf den Blickwinkel an. Ich glaube ja, weil 90% des Software-Zyklus Wartung ist, und es wichtig ist in der Projektarbeit die Dinge so zu tun, dass sie wartungsfreundlich und testbar sind; da helfen zwei weitere Augen. Auf jeden Fall hilft pair programming beim fokussieren auf den Task, der gerade bearbeitet werden soll.

Konzentrierte Sessions

Software ist Teamarbeit. Was nützt es nun wenn man zu zweit im Flow ist und ständig durch das Team unterbrochen wird. Tatsächlich soll das Team dicht beiander sitzen, damit sich die Teammitglieder schnell helfen können. Hier helfen konzentrierte Sessions in denen das Team konzentriert arbeitet. Insbesondere bei verteilten Teams wird die Teamkommunikation schwierig, die elektronischen Kommunikationsmedien sind ja aus. Hier hilft nur ansprechen und ausprobieren. In den Retrospektiven kann geguckt werden was dem Team hilft und was ihm schadet.

Mehr als sechs Stunden Softwareentwicklung ist kontraproduktiv

Diesen Satz mag mein Chef gar nicht hören: Wer sechs Stunden konzentriert und fokussiert programmiert hat sein Tagewerk getan. Es gibt noch genug anderere Tasks:

  • Irgendwann müssen auch mal die Mails gelesen und beantwortet werden.
  • Das Wiki muss auf den neusten Stand.
  • Neue Dinge müssen sich erarbeitet werden.

Tatsächlich gibt es Tage, an denen ich nur vier Stunden fokussiiert arbeiten kann. Es gibt genug andere Dinge zu tun. Es ist besser vier Stunden fokussiert zu zweit guten Code zu schreiben als 10 Stunden alleine schlechten, der nicht wartbar und nicht testbar ist.

 

 

 

 

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