Lernstufen bei der Erlernung eines Hobbies

Ein Snookertrainer hat mir mal eine „Stufenskala des Lernens“ – die Lernstufen – aufgemalt, die man sehr gut auf andere Lernsituationen anwenden kann. Ich will sie hier mal kurz erläutern an zwei unterschiedlichen Domains.

  • Snooker
  • Doppelkopf

Sie ist sicherlich nicht wissenschaftlich fundiert aber ich kann sie immer wieder auch bei anderen Sportarten erkennen. Ziel ist es die „pole position“ also die Stufe I zu erreichen.

Lernstufen: IV – Der Anfänger

Ein Anfänger ist in vielen Situationen nicht in der Lage selbst zu erkennen wo der Fehler war. Er merkt beim Snooker, dass er jeden Ball verschießt aber er weiß nicht woran es genau liegt: Am Stand, an der Stoßtechnik oder vielleicht auch am Material. Viele Anfängerfehler beim Doppelkopf werden nicht erkannt wie unnötiges Vorstechen, Verheizen hoher Trumpf etc. Der Anfänger braucht einen Trainer oder einen Partner der in der Lage ist diese Fehler zu erkennen und Strategien entwickeln kann, wie man Fehler abstellen kann. Der Anfänger ist oft lernbereit und auch Bereit zu Reflektieren.

Lernstufen: III – Der Resistente

Diese Stufe ist oft die unangenehmste. Das ist jemand der Fehler macht, sie aber nicht einsieht. Besonders beim Snooker sind diese Leute daran zu erkennen dass fast immer Materialfehler für das eigene Versagen verantwortlich gemacht werden: Der Tisch steht schief, der Cue ist nicht optimal, die Bälle alt. Diese Leute kommen nie weiter, auch nicht mit Trainer, weil sie die Fehler nie bei sich selbst suchen und somit sich nicht verbessern können. Beim Doppelkopf gibt es auch die Typen die nie Fehler machen und immer den Fehler beim Partner suchen. Beim Online Doppelkopf zeichnen sich Stufe III Spieler durch häufiges Meckern aus. Das Problem ist: Fast alle Menschen durchlaufen beim Lernen diese Stufe weil sie glauben alles gelernt zu haben und sich nicht vorstellen können, warum sie immer noch nicht oben angekommen sind. Leider verbleiben zu viele in dieser Stufe.

Lernstufen: II – Der Ambitionierte Amateur

Bei jeder Disziplin ist es wichtig diese Stufe zu erreichen. Diese Stufe besagt: Es werden Fehler gemacht (es ist dabei vollständig unerheblich wie viele Fehler) aber man selbst ist in der Lage den Fehler zu erkennen. Das ist wichtig, weil nur so ist man in der Lage selbst zu lernen. Das sind die Situationen beim Snooker wo ich nach dem Stoß weiß es war zu viel Effet oder ich habe die Kugel nicht mittig getroffen oder verzogen. Beim Doppelkopf sind das die Situationen wo ich oft schon beim Legen der Karte weiß: Shit, das war der falsche Abwurf. Nur wer in der Lage ist Fehler selbst zu erkennen und zu reflektieren ist auch in er Lage sich ohne Trainer weiter zu entwickeln.

Lernstufen: I – der Profi

Der Profi macht wenige Fehler. Wenn er Fehler macht sieht er ihn sofort und kann auch sofort analysieren was falsch gemacht wurde. Der Profi wird trotzdem weiter lernen und üben. Wenn nicht steigt er ab zum Amateur. Auch ein Amateur kann Stufe I haben, entwickelt sich aber nicht weiter.

Beim Snooker ist das jemand der täglich übt und nach jedem Stoß sofort reflektiert was falsch war. Er hat dann die Möglichkeit beim nächsten Stoß sofort zu korrigieren. Etwa 3% der Doppelkopfspieler haben diesen Status, machen sehr wenig Fehler und analysieren nach dem Spiel ad hoc wo die Gewinnchance war. Es gibt hier noch einen Typ Ia. Das ist der Profi der aufgehört hat sich weiter zu entwickeln. Ein Snookerspieler oder ein Doppelkopfspieler der bereits 20 Jahre spielt hat oft die Attitüde alles schon zu wissen. Das führt langfristig dazu nicht mehr die neuen Erkenntnisse zu adaptieren. Dennoch halten sich die Leute im Amateurbereich oft an der Spitze.

Was ist wirklich wichtig

Als Amateur möchte ich Spaß am Spiel und am Sport haben. Von daher ist es völlig uninteressant ob ich Fehler mache und wie viele Fehler ich mache. Wenn ich langfristig in meinem Sport weiterkommen möchte muss ich entweder einen Trainer/Partner findet der mich auf Fehler aufmerksam macht oder ich muss mich zu einem Stufe II Spieler entwickeln um selbst die Möglichkeit haben mich auch ohne fremde Hilfe weiter zu entwickeln. Fast jeder Anfänger fällt in Stufe III weil man irgendwann denkt: Ich kann es doch. Ich sehe keinen Fehler also muss die Ursache für das eigene Versagen außerhalb liegen. Erste wenn man die Stufe III überwindet macht der Sport wirklich Spaß – egal wie viele Fehler man nun wirklich macht.

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